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21.01.2024: 1. Internationales Neujahrsschwimmen Neugattersleben

Was einmal ganz klein begann

Bode-Runners der Gaensefurther Sportbewegung haben großen Zulauf in der „Abteilung Eisfuß“

Dass die Laufgruppe Bode-Runners der Gaensefurther Sportbewegung Spezialisten auf Kurzstrecken, routinierte Marathon- und sogar Ultraläufer in ihren Reihen hat und die Laufverrückten auch gerne Berg-, Hindernis- und Matschläufe absolvieren, ist bereits ausreichend bekannt. Doch, ausgelöst durch die Corona-Zeit, sind einige Sportfreunde inzwischen nicht nur auf Laufwegen unterwegs. So geht es nach dem Training zur Entspannung auch mal in die Sauna, man „schwimmt aus“ im Löderburger See oder sortiert Körper und Geist in einer Yogaeinheit neu. Oft machen gesunde Rezepte die Runde, die man am besten gleich daheim ausprobiert und nach einer Laufeinheit zur Verkostung in die Runde gibt. Zur Stärkung des Immunsystems hat sich aber nun auch das Eisbaden bei den Bode-Runners etabliert. Nach einem Post von Petra Becker vor drei Jahren fing alles an! Sie hatte sich mit ihrem Partner im zugefrorenen See ein Badeloch geschlagen und sich bei herrlichstem Sonnenschein ablichten lassen. Im eiskalten Wasser und lächelnd! Das schlug ein wie eine Bombe, das war eine wahrhaftige Abhärtung! So fanden sich schnell drei Damen, die von nun an auch nach den Sommermonaten einfach weiter in den See steigen wollten und das bei jedem Wetter! „Da bekommt der Begriff Jahreskarte ja eine ganz andere Bedeutung!“, schmunzelte man vor zwei Jahren, als sich die Abteilung „Eisfuß“ am Löderburger See ihren Namen gab. Nun machten Bücher über das Eisbaden die Runde, Atemtechniken und kleine Tricks, wie man diesen enormen Kälteschock am einfachsten überstehen kann. Einer kann nur mit Mütze rein, nicht reden, Klappe halten! Die Schultern nicht nach oben ziehen, ausatmen und eintauchen, Augen zu und tausend kleine Nadelstiche spüren, die dann hoffentlich bald den ganzen Körper heizen. Inzwischen hat die Gruppe auch männliche Verstärkung bekommen und mit Jens Schlottag sogar einen richtig „alten Hasen“, der sibirienerfahren ist und sich 2014 bereits im Baikalsee abkühlte.

Zur offiziellen Eröffnung der Eisbadesaison am Löderburger See, starteten die Eisfüße Anfang Dezember noch bei einer Wassertemperatur um die sechs Grad. Von „Eis“ konnte da noch nicht die Rede sein, was sich aber mit der Austragung des 1. Internationalen Neujahrsschwimmens in Neugattersleben ändern sollte. Die Laufgruppe des SC Bernburg, rund um die Initiatoren Christina Spangenberg und Martin Rottstegge, hatte im Vorfeld kräftig die Werbetrommel geschlagen und sich um die Organisation gekümmert. Dazu wurde sich mit dem Eigentümer des Schachtsees, mit der Stadt Nienburg, dem DLRG und der Feuerwehr abgestimmt.

Das kalte Wetter hätte an diesem Tag nicht besser sein können, denn der See war in Ufernähe mit einer zwei Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt. Ein Rettungsschwimmer, der in einem dicken Neoprenanzug steckte, hatte gut zu tun, für die Eisbader eine kleine Badestelle freizulegen. Inzwischen füllte sich das Gelände mit reichlich Zuschauern, zwischen denen wohl so einige Eisbader stecken mussten. Nach und nach outeten sich die Mutigen durch ihre lustigen Badetextilien, oder Badeschuhe, sogar Styroporplatten gegen die Bodenkälte kamen zum Einsatz. Jeder hatte seine eigene Taktik, sich auf die eisigen Sekunden oder Minütchen im kalten Eiswasser vorzubereiten. Nach einer kleinen Ansprache auch mit dem Appell es bitte nicht zu übertreiben, erfolgte eine Erwärmung bei flotter Musik. Oberstes Gebot beim Eisbaden ist nämlich, nicht kalt in das Wasser zu gehen.

Vorsichtig, zum Teil barfuß, ging es den verschneiten Hang zum Ufer hinunter, bevor der große Zeh die Wassertemperatur prüfte. "Na zwei Grad sind es bestimmt!", stellten die Eisfüße erleichtert fest. Die freigelegte Badestelle war schnell ausgefüllt, so dass es nur in kleinen Gruppen in den Schachtsee ging. Mit 20 bis 25 Eisbadern hätte Rottstegge schon gerechnet: „Bei 40 haben wir aufgehört zu zählen!“, meinten die begeisterten Helfer, die nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet hätten. War für die Debütanten ein kurzes Eintauchen vollkommen ausreichend, hielten es die Profis schon einige Minuten im Eiswasser aus. Durchgezogen und eine echte Eisscholle in den Händen - das zauberte an diesem Tag ein stolzes Lächeln in viele Gesichter. Und entgegen den sonstigen Eisbadeterminen, an denen man den Elementen ausgesetzt ist, war das Anziehen im extra aufgebauten Wärmezelt blanker Luxus. Warme Getränke und eine leckere Bratwurst, die Bode-Runner-Eisfüße kommen im nächsten Jahr gerne wieder.

Autorin: Sabine Börner

Fotos: Verein




Letzte Änderung: 28.01.2024
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